CBD (Cannabidiol) ist eines von mindestens 85 Cannabinoiden, die in der Hanfpflanze vorkommen. Seit einigen Jahren wird sehr intensiv an CBD geforscht und immer mehr CBD-Produkte wie Kapseln, Salben, Tees aber auch CBD-Öle kommen täglich auf den Markt. Doch um wirklich nachvollziehen zu können, wie CBD auf unseren Körper wirkt und welche Effekte der Konsum von CBD hat, ist es notwendig, die Wirkungsweisen von CBD zu verstehen. Mit diesem CBD-Wissen Artikel wollen wir euch erklären, durch welche Mechanismen CBD-Produkte ihre vielseitigen Eigenschaften entfalten.

CBD verfügt, ähnlich wie seine körpereigenen Verwandten, über vielfältige Wirkmechanismen, die ständig weiter erforscht werden. CBD entfaltet seine Wirkung an den Cannabinoidrezeptoren des menschlichen Körpers.

Das Endocannabinoidsystem

Es bestehen von Natur aus zwei unterschiedliche Rezeptortypen, die als CB1– und CB2-Rezeptoren (CB: Cannabinoid) bezeichnet werden. Diese bilden das körpereigene Cannabinoidsystem, das Endocannabinoidsystem (von griech.: ἔνδον‎ endon ‚innen‘), welches wir hier als ECS abkürzen. Wenn CBD konsumiert wird, reagiert das körpereigene ECS darauf und löst verschiedene Prozesse aus. Diese sind, nach dem jetzigen Stand der Forschung, für die Menschliche Gesundheit als fast ausschließlich positiv zu bewerten, weshalb CBD oft als „nebenwirkungsfrei“ bezeichnet wird. Einzig eine geringe appetitzügelnde Wirkung konnte nachgewiesen werden, die je nach individueller Erwartung aber auch gewünscht sein kann. Das ECS existiert in allen Säugetieren, also auch in Hunden, Katzen und Pferden. Durch die Prohibition von Cannabis wurde das ECS erst in den 90er Jahren entdeckt. Somit müssen viele Zusammenhänge erst noch erforscht werden.

Doch inzwischen wissen wir schon einiges: Das ECS ist mit allen Organen, also auch mit dem Gehirn, verbunden. Außerdem ist es mit dem zentralen und peripheren Nervensystem sowie dem Immunsystem vernetzt. Das ECS reguliert all diese Systeme und sorgt so dafür, dass sie richtig funktionieren. Die Hauptfunktion besteht in der Hemmung der Freisetzung anderer Botenstoffe. CBD und die weiteren Cannabinoide der Hanfpflanze greifen in die regulatorische Funktion des ECS ein, indem sie direkt und indirekt auf die CB-Rezeptoren einwirken.

Die Cannabinoid-Rezeptoren

CBD stellt als Phytocannabinoid (von griech.: φύτον phyton ‚Pflanze‘) einen Liganden (von lat.: Ligare ‚binden‘) dar, der an die Cannabinoid-Rezeptoren unseres Körpers andocken kann. Dies geschieht aufgrund des „Schlüssel-Schloss-Prinzips“, welches die komplementäre, also zusammenpassende Struktur zwischen einem Liganden (CBD) und einem Rezeptor (CB1/CB2) beschreibt. Liganden werden auch als Botenstoffe oder Neurotransmitter bezeichnet. Auch die umgangssprachlich als „Glückshormone“ bezeichneten Neurotransmitter Dopamin und Serotonin sind Liganden, die wiederum an ihre entsprechenden Rezeptoren „andocken“.

Damit CBD das Endocannabinoid-System beeinflussen kann, sind entsprechende Rezeptoren nötig, die das „Andocken“ nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip ermöglichen. In diesem Fall sind das die CB1– und CB2-Rezeptoren des ECS, die durch Liganden (Botenstoffe), wie z.B. die in Cannabis sativa L. enthaltenen Phytocannabinoide. aber auch körpereigene Cannabinoide besetzt und so stimuliert oder gehemmt werden können.

Die CB-Rezeptoren finden sich überall im Körper verteilt, sowohl im Gehirn als auch in anderen Organen, wie z.B. der Haut. Während CB1-Rezeptoren vor allem in verschiedenen Bereichen des Gehirns (Kleinhirn, Mittelhirn und Hippocampus) sowie im Darm vorhanden sind, finden sich CB2-Rezeptoren hauptsächlich in Immunzellen wieder. CB1-Rezeptoren steuern essenzielle Funktionen unseres Gehirns, dazu gehören die Verarbeitung von Emotionen, kognitive Leistungen sowie die Gedächtnisfunktion. CB2-Rezeptoren lösen u.a. wichtige immunosupressive (von lat.: supprimere ‚hemmen‘) Prozesse aus, ohne die unser Immunsystem (https://beflora-cbd.de/wie-cbd-dein-immunsystem-staerken-kann) nicht richtig funktionieren könnte.

(Endo-)Cannabinoide

Ein körpereigenes Cannabinoid stellt Anandamid (AEA) dar. Der Körper kann AEA somit selbst produzieren und freisetzen. Durch das „Andocken“ an den CB1 Rezeptor, ist das Endocannabinoid dazu in der Lage Schmerzen zu hemmen. Diese Aufgabe können aber ebenso körperfremde Cannabinoide wie z.B. Tetrahydrocannabinol (THC) übernehmen  wenn ihre Struktur es ihnen ermöglicht, die gleichen Rezeptoren zu besetzen bzw. indirekt zu beeinflussen. Sie sind wie externe Schlüssel, die zu den gleichen Schlössern passen, wie die körpereigenen Botenstoffe.

Von Agonisten und Antagonisten

Ein wenig Hintergrundwissen vorneweg: Die beiden bisher beschriebenen Rezeptoren CB1 und CB2 sind sogenannte „G-Protein-gekoppelte Rezeptoren“. Das bedeutet, dass diese Rezeptoren Signale mithilfe von GTP-bindenden Proteinen weitergeben. GTP (Guanosintriphosphat) ist ähnlich wie ATP (Adenosintriphosphat) ein für den Zellstoffwechsel wichtiger Energieträger. Die Botenstoffe bzw. Liganden, die diese Rezeptoren besetzen können, werden in sogenannte Agonisten (von altgriech. Αγωνιστής agonistēs ‚der Handelnde‘) und Antagonisten (von altgriech. ἀνταγωνιστής antagōnistēs, ‚der Gegenspieler‘) unterteilt.

Agonist – „Der Handelnde“

Ein Agonist besitzt eine stimulierende Wirkung. Das bedeutet, dass er die Signalweiterleitung in der Zelle aktiviert, also auslöst. Die meisten Cannabinoide sind Agonisten, da sie die CB-Rezeptoren stimulieren. Ein typisches Beispiel für einen Agonisten des CB1-Rezeptors ist THC. Das Cannabinoid ist für die psychoaktive Wirkung von Cannabis verantwortlich.

Antagonist – „Der Gegenspieler“

Antagonisten sind Botenstoffe, die hemmend auf einen Rezeptor einwirken. Damit sind sie dazu in der Lage, die Signalübertragung zwischen Nervenzellen einzuschränken. CB-Rezeptor Antagonisten wirken zum Beispiel appetithemmend oder lipidsenkend. Diese blockierende Wirkung an den Rezeptoren kann an folgendem Beispiel gut nachvollzogen werden: Rimonabant wurde als Medikament gegen Fettleibigkeit entwickelt und wirkt appetithemmend. Diese Wirkung lässt sich damit begründen, dass der Wirkstoff CB1-Rezeptoren blockiert und deshalb weniger Dopamin ausgeschüttet wird – was wiederum unseren Hunger bzw. Appetit reguliert.

CBD – Agonist oder Antagonist?

CBD entfaltet seine Wirkung entweder direkt, indem es als Agonist an den CB1– und CB2-Rezeptoren bindet oder indirekt, indem es die Aktivität der Rezeptoren beeinflusst. In gewissen Fällen kann CBD umgekehrt als CB1– und CB2-Antagonist wirken. Ein Phänomen das auch als inverser, also gegensätzlicher, Agonismus bezeichnet wird. Wodurch genau es zu diesem paradoxen Verhalten von CBD kommt, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. An dieser Stelle bedarf es somit noch weiterer Forschung.

Abschließend lässt sich Folgendes sagen: Die meisten Cannabinoide sind Agonisten, da sie die Reizweiterleitung in Gang setzen und so unseren Körper vielfältig beeinflussen können. Paradoxerweise können sie teilweise aber auch, wie im Fall von CBD sowohl als Agonist als auch Antagonist wirken. Ob ein Cannabinoid als Agonist oder Antagonist wirkt, hängt u.a. von der Art der CB-Rezeptoren und der Wechselwirkung mit anderen Cannabinoiden ab.

Warum wirkt CBD wie es wirkt?

Wie bereits erwähnt ist CBD ein Cannabinoid. Interessant ist, dass unser Körper eigene Endocannabinoide produziert, die den Cannabinoiden aus der Hanfpflanze, hinsichtlich ihrer molekularen Struktur, stark ähneln. So vermuten Forscher, dass Phytocannabinoide, wie sie unsere CBD-Produkte https://beflora-cbd.de/shop enthalten, dazu in der Lage sind, unseren körpereigenen Endocannabinoid-Spiegel zu regulieren. Außerdem können Cannabinoide, wie bereits beschrieben, konkrete Funktionen körpereigener Botenstoffe oder Endocannabinoide übernehmen bzw. sie auf positive Art und Weise beeinflussen.

CBD als Schmerzmittel

Die schmerz- und angstlösenden Eigenschaften kommen dadurch zustande, dass CBD in Form seiner Ausprägung als inverser Agonist (s.o.) die Verstoffwechselung von Anandamid (AEA), einem Endocannabinoid, hemmt. In der Folge kommt es zu einem Anstieg der AEA-Konzentration im Blut. AEA ist in seiner Wirkung mit dem psychoaktiven Tetrahydrocannabinol (THC) vergleichbar. Das Endocannabinoid stellt allerdings seinen körpereigenen Vertreter dar und ist nicht mit THC gleichzusetzen. Es ist ein wesentlicher Bestandteil des ECS und kommt von Natur in unserem Körper vor. In seiner Funktion (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3316151/) reguliert er sowohl unser Schmerzempfinden als auch unsere Stimmung sowie unsere Wahrnehmung im Allgemeinen.

CBD als Entzündungshemmer

Die allgemein bekannte Entzündungshemmende Wirkung von CBD ist u.a. darauf zurückzuführen, dass das Phytocannabinoid als inverser Agonist (s.o.)  an CB2-Rezeptoren (s.o.) agiert. Dadurch wird unter anderem die Bewegung von Immunzellen gehemmt. Außerdem werden verschiedene Botenstoffe, die an der Entzündungsreaktion beteiligt sind, gehemmt. Dies erklären wir im Folgenden genauer:

Es gibt viele Entzündungsbotenstoffe und jeder übermittelt eine ganz bestimmte Botschaft. Einige holen Immunzellen in eine Region der Entzündung. Andere sorgen dafür, dass das Herz-Kreislauf-System mehr Blut in einen bestimmten Bereich fließen lässt. Die wichtigsten Botenstoffe bei akuten Entzündungen sind Histamin, Stickoxid und Enzyme wie COX oder 5-LOX. CBD hemmt die Enzyme, die für die Produktion von Entzündungsbotenstoffen verantwortlich sind. Einige der wichtigsten an der chronischen Entzündung beteiligten Botenstoffe neben COX oder 5-LOX sind TNF-a, NF-kB, IL-6 und IFN-y. CBD hemmt all diese Entzündungsbotenstoffe nachweislich.

Verglichen mit entzündungshemmenden Medikamenten wie Aspirin, welche nur ein am Entzündungsprozess beteiligtes Enzym (COX) hemmen, ist CBD sehr viel wirksamer bei der Bekämpfung von Entzündungen, denn CBD stoppt auch den Abbau von Abbau, das einen wichtigen Entzündungsregulator im Körper darstellt. Außerdem verlangsamt CBD die Aktivierung von Immunzellen , die verantwortlich für die Aufrechterhaltung von autoimmun bedingter Entzündungen sind. Schließlich löst CBD auch Apoptose (programmierter Zelltod) in den Immunzellen aus, die an der chronischen Entzündung beteiligt sind.

All diese verschiedenen Wirkungsmechanismen haben eine verminderte Entzündungsreaktion unseres Körpers zur Folge. Daher ist CBD ein ausgezeichneter Entzündungshemmer, denn es hemmt Entzündungen an verschiedenen Stellen der immunologischen Kaskade.

CBD kann noch mehr…

Das Potenzial von CBD geht weit über seine Wirkung auf die CB1– und CB2-Rezeptoren hinaus. Es kann auch Rezeptoren beeinflussen, die nicht direkt mit dem ECS verbunden sind. Dazu gehören auch Rezeptoren, die Serotonin freisetzen (5-HT-Rezeptoren). Serotonin ist ein Botenstoff, der Glücksgefühle auslöst und somit das Wohlbefinden fördert. Durch seine Wirkung auf die 5-HT-Rezeptoren stellt CBD einen vielversprechenden Ansatz zur Behandlung von Depressionen und depressiven Verstimmungen dar. Es könnte demnach als Ersatz oder Ergänzung zu traditionellen Neuroleptika, zu denen auch Antidepressiva gehören, eingesetzt werden. Die in der konservativen Behandlung eingesetzten Medikamente gehen oft mit vielen unerwünschten Nebenwirkungen einher. Ein Problem, das mit CBD nicht auftritt.

CBD beeinflusst auch die TRP-Kanäle. Diese Kanäle überwachen lebenswichtige Funktionen des Körpers wie die Regulation der Temperatur, Entzündungsreaktion und Schmerzwahrnehmung. Wenn zum Beispiel eine zu niedrige oder zu hohe Temperatur festgestellt wird, senden sie ein Signal an die Zelle, mit der sie verbunden sind. So kann der Körper die entsprechenden Maßnahmen ergreifen, um die Temperatur zu korrigieren. Dasselbe gilt für eine Entzündung bzw. die Reaktion auf Schmerzen. Sind die Reaktionen des Körpers nicht angemessen, können Cannabinoide wie CBD Abhilfe schaffen.

CBD und Phytocannabinoide haben ein enormes Potenzial

CBD unterstützt den Körper dabei, den Auf- und Abbau der Zellstrukturen des Körpers zu steuern. So kann der Stoffwechsel bei vorliegenden Störungen eher im Gleichgewicht gehalten werden. Ein Zustand der als Homöostase bezeichnet wird. CBD und die weiteren Cannabinoide der Hanfpflanze können durch seine verschiedenen Rollen und Wirkungsmechanismen in unzählig viele biologische Prozesse eingreifen. Deshalb ist es essenziell für die effektive Anwendung von CBD und anderen Phytocannabinoiden, einen Rahmen für eine zielgerichtete Forschung zu ermöglichen, um vielen Patienten weltweit ein weitgehend nebenwirkungsfreies und leicht verträgliches Therapeutikum anbieten zu können.