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Was tun bei hypertrophen Narben?

Von 1. Juli 2020Keine Kommentare

Faktoren für verstärkte Narbenbildung

Wenn die Haut an einer Stelle verletzt wird, dann reagiert der Körper normalerweise schnell mit dem Heilungsprozess. Je nach Art, Größe und Tiefe der Verletzung entsteht dann eine Narbe. Narben bestehen hauptsächlich aus festem Bindegewebe, deshalb sind sie nicht so elastisch wie die intakte Haut. In schlimmen Fällen können Narben zu Bewegungseinschränkungen und Spannungen an umliegenden Hautstellen führen.

Bei Menschen mit heller Haut sind Narben für gewöhnlich heller als die restliche Haut, bei dunkelhäutigen Menschen sind Narben dunkler als die gesunde Haut. Narben weisen keinen Haarwuchs und keine Talg- und Schweißdrüsen auf. Wenn die Narbe der betroffenen Person als unschön oder sogar als entstellend empfunden wird, kann sich das auf das Selbstbewusstsein und somit auf die Lebensqualität der Person auswirken.

Es gibt auch andere Faktoren, die sich negativ auf die Narbenbildung auswirken können. Sie lassen Narben größer, härter oder tiefer werden. Ist die Hautverletzung beispielsweise längere Zeit entzündet, sorgen Keratinozyten und Fibroblasten dafür, dass vermehrt Bindegewebe gebildet wird. Keratinozyten sind hornbildende Zellen, die also in einer dickeren und weniger elastischen Haut resultieren während Fibroblasten bewegliche Zellen im Bindegewebe sind, die bei der Narbenbildung zu unbeweglichen Zellen werden.
Unregelmäßige Wundränder führen ebenfalls zu verstärkter Narbenbildung. Außerdem hat auch das Alter einen Einfluss auf die Narbenbildung. Je jünger ein Patient ist, desto stärker bilden sich Narben auf dessen Körper. Am meisten betroffen von starker Vernarbung sind 10 – bis 30-jährige. Auch Schwangerschaftshormone können das Narbenwachstum begünstigen.

 

Verschiedene Arten von Narben

Die ideale Narbe ist weich und flach und unterscheidet sich damit kaum äußerlich von der gesunden Haut. Hypertrophe Narben bestehen aus verdicktem, kordelförmigem Gewebe und heben sich von der normalen Haut ab. Ein ähnliches Aussehen wie die hypertrophen Narben haben Keloide. Das sind wulstige Wucherungen. Wie bei hypertrophen Narben ist die Entstehung der Keloide auch erblich bedingt. In beiden Fällen handelt sich es um eine übermäßige Produktion von Bindegewebe.
Atrophe Narben entstehen, wenn der Körper zu wenig Bindegewebe produziert. Manche Narben wirken daher wie kleine Löcher in der Haut, die scharfkantig nach innen gezogen scheinen. Teilweise schrumpfen harte Narben, die nur sehr wenig Elastizität aufweisen, zu viel ein, was man als sklerotische Narben bezeichnet. Diese Art von Narben entstehen meist durch schlecht heilende Wunden, bei denen nicht genug Bindegewebe zum Wiederaufbau produziert werden konnte.

Es gibt also verschiedene Arten von Narben, bei den einen produziert der Körper zu viel Bindegewebe, bei den anderen zu wenig.

 

Zusammenhang zwischen Endocannabinoidsystem und Narbenbildung

Das Endocannabinoidsystem (ECS) erstreckt sich über den gesamten menschlichen Körper und besteht aus verschiedenen Rezeptoren. Während CB1-Rezeptoren vor allem im zentralen und peripheren Nervensystem vorkommen, befinden sich CB2-Rezeptoren vor allem in Immunzellen. Beide Rezeptoren reagieren sowohl auf Endocannabinoide, die der Körper selbst herstellt, als auch auf Phytocannabinoide aus der Hanfpflanze.

In einer Studie an Mäusen an der China Medical University im Jahre 2010 entdeckten Forscher, dass Tiere, denen eine Schnittverletzung zugefügt wurde, innerhalb eines halben Tages CB1-Rezeptoren an der betroffenen Stelle bildeten. Ihren Höhepunkt erreichte die Konzentration an CB1-Rezeptoren fünf Tage nachdem der Schnitt entstanden war. Vierzehn Tage danach war die Anzahl der CB1-Rezeptoren wieder auf dem Ausgangsniveau angelangt. Aufschlussreich war auch die Zusammensetzung der neuen Zellen, welche die CB1-Rezeptoren enthielten. Dabei handelt es sich um mononukleäre Zellen, einen Typus von Blutzellen, die an Entzündungsreaktionen beteiligt sind. Im Laufe des Heilungsprozesses stieg die Zahl der fibroblastischen Zellen an, welche essenziell für die Narbenbildung sind.

In einer Studie aus dem Jahr 2006, die in Nature Medicine veröffentlicht wurde, fanden Wissenschaftler heraus, dass Mäuse, die einen künstlichen CB1-Rezeptorantagonisten erhalten hatten, eine verzögerte Wundheilung aufwiesen.
Während CB1-Rezeptoren die Wundheilung und Narbenbildung beschleunigen, sorgen CB2-Rezeptoren dafür, dass die Vernarbung im Rahmen bleibt und keine pathologische Entwicklung annimmt.

 

Narbenrückbildung: CBD könnte helfen

Da Cannabinoide die Narbenbildung beeinflussen, könnte man vermuten, dass sie auch an der Rückbildung beteiligt sein könnten. Allerdings steht die Wissenschaft hier noch am Anfang, daher sollte man noch weitere Ergebnisse abwarten. Man kann allerdings von folgendem ausgehen:
CBD hemmt am CB1-Rezeptor als Antagonist das Narbenwachstum. Dadurch werden weniger Fibroblasten erzeugt. Fibroblasten werden bekanntlich zu unbeweglichen Fibrozyten, die kein Kollagen mehr herstellen und somit die Narbe auch nicht mehr wachsen lassen. Fibrozyten können sich möglicherweise teilen und dadurch wieder neue Fibroblasten und somit neues Gewebe entstehen lassen. Das Gewebe beginnt im ungünstigen Fall zu wuchern. Mittels CBD könnte eine solche Wucherung eventuell vermieden werden.

 

Unschöne Narbenbildung mit CBD vermeiden

CBD kann auf jeden Fall das Wachstum pathogener Narben verringern. Das ist logisch, da CBD erwiesenermaßen entzündungshemmend wirkt und Entzündungen eine Ursache für verstärkte Wucherungen an Verletzungen darstellen. Setzt man CBD-Öl also schon während des Wundheilungsprozesses ein, kann dies erfolgreich das Wachstum pathogener Narben verringern. Die Anwendung des CBD-Öls kann innerlich erfolgen, also durch die orale Einnahme des Öls oder äußerlich durch das Auftragen des Öls auf der betroffenen Stelle. Ein weiterer Vorteil ist, dass Öle das Gewebe geschmeidig und weich halten, was wiederum unangenehmen Verhärtungen vorbeugen kann.
Auch gegen Akne hilft CBD. Sollte man also unter einem akuten Ausbruch leiden, trägt es dazu bei, die Haut zu beruhigen und zu heilen. Die Bildung der typischen, eingefallenen Akne-Narben, lässt sich somit eindämmen. CBD wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern es hemmt auch die Talgproduktion, was ein gutes Präventionsmittel darstellt.

Isa

Isa

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