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Warum wirkt CBD so unterschiedlich?

Von 10. Oktober 2020Oktober 16th, 2020Keine Kommentare

Nutzer:innen von CBD (Cannabidiol) bemerken oft Unterschiede, wenn sie die empfundene Wirkung mit anderen Anwender:innen vergleichen. Das betrifft meist eine festgestellt Verzögerung oder die verschiedenen Auswirkungen auf Körper und Psyche. So kommt bei einigen die Frage auf: Warum wirkt CBD so unterschiedlich? Das ist vollkommen normal. Denn jeder Mensch ist einzigartig. Sowohl der Aufbau des Körpers als auch seine Physiologie (Stoffwechsel) unterscheidet sich je nach Individuum. Auch das Körpergewicht spielt eine Rolle. Noch wichtiger allerdings sind die Unterschiede in der individuellen Genetik. Sie beeinflussen neben der Verstoffwechselung von CBD auch die Auswirkungen auf das Wohlbefinden. Die Darreichung, also in welcher Form CBD konsumiert wird, wirkt sich ebenso auf den Effekt aus.

Rolle des Körpergewichts

Das Körpergewicht in Kilogramm (kg) wird als Referenzgröße für die Dosierung von CBD verwendet. Die Dosierung steigt linear zum Körpergewicht. Eine Studie, die die Dosierbereiche für verschiedene Krankheiten untersucht, nimmt beispielsweise ein durchschnittliches Körpergewicht von 62 kg für Erwachsene an. Eine Dosierung von 22,5 mg/Tag für Erwachsene mit chronischen Schmerzen entspricht also 0,4mg/kg/Tag.

Zur Erklärung: 22,5mg/62kg = 0,4mg/kg

Somit sollte jede/r seine/ihre Dosierung nach dem eigenen Körpergewicht ausrichten.

Einfluss der Genetik auf den Stoffwechsel

Der Einfluss der Genetik auf den Stoffwechsel des menschlichen Körpers lässt sich mit einem plakativen Beispiel veranschaulichen, dass jede/r schon einmal beobachtet haben sollte: Während einige Menschen über eine hohe Stoffwechselrate verfügen, Kalorien also schnell „verbrennen“, haben andere einen eher langsamen Stoffwechsel und womöglich mit ungewollter Gewichtszunahme zu kämpfen. Die individuellen Unterschiede in der Kalorienverwertung liegen in der einzigartigen Genetik eines jeden Menschen begründet. Sie beeinflusst, wie effizient oder ineffizient unser Körper arbeitet. Effizient bedeutet hier Kalorien in Form von Fettzellen speichern zu können und nicht ständig unnötig zu „verbrennen“.

Auch die Verstoffwechselung von CBD wird von Variationen in der Genetik beeinflusst. Die genannte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Variationen in der Expression (aus lat. „Ausdruck“) einzelner Gene bestimmen, wie CBD und andere Cannabinoide in unserem Körper verstoffwechselt werden.

Bedeutung für die Wirkung von CBD

In einer weiteren Studie konnten Forscher mehrere Enzyme identifizieren, die eine wichtige Rolle für den Abbau von CBD spielen. Namentlich handelt es sich um die Enzyme CYP3A4 und CYP2C19. Jedes Enzym besitzt ein zugehöriges Gen (in diesem Fall entsprechend das Gen CYP3A4 und CYP2C19), in dem die für den Körper benötigten Informationen für die Bildung des Enzyms gespeichert sind. Individuell bestehende Unterschiede in der Expression der Gene, können dazu führen, dass CBD langsamer bzw. schneller verstoffwechselt wird. Expression bezeichnet den Übergang von der in den Genen gespeicherte Information zur eigentlichen Bildung der Enzyme. Dadurch tritt die Wirkung von CBD bei einigen Menschen schneller ein als bei anderen. Das hängt mit der Akkumulation, also der Anreicherung von CBD im Körper zusammen. Wird das Cannabinoid schneller verstoffwechselt braucht es womöglich eine höhere Dosierung, bzw. einen längeren Zeitraum über den CBD eingenommen werden muss, bis der benötigte CBD-Spiegel eingestellt ist und die gewünschte Wirkung eintritt. Dieses Phänomen bietet womöglich eine Antwort auf die Frage: Warum wirkt CBD bei mir nicht so schnell wie bei anderen?

Welche Rolle spielen genetische Prädispositionen für die Anwendung von CBD?

Oft sind genetische Prädispositionen für die Entstehung von Beschwerden und Krankheiten verantwortlich. Die vorhandene Prädisposition ist für die Anwendung entscheidend. Denn CBD wirkt sehr vielfältig. Dadurch lässt sich begründen, warum die Wirkung sich so unterschiedlich ausdrückt. Ist eine Person für die Entwicklung von Angststörungen prädestiniert, kann sich eine inhalative Anwendung von CBD besser zur Behandlung eignen, da das Cannabinoid durch die Aufnahme über die Lunge am schnellsten wirken kann. Somit sind Anwender:innen dazu in der Lage sich in kürzester Zeit Abhilfe zu verschaffen. Im Fall von Angststörungen, wie z.B. Panikattacken ist dies besonders wichtig, da sich die jeweilige Person so schnell wieder beruhigen kann. Im Fall von Schlafstörungen sind CBD Öle besser geeignet. Sie entfalten ihre Wirkung über einen längeren Zeitraum. Dadurch sind die Betroffenen dazu in der Lage einen erholsamen Schlaf zu erlangen, da die gewünschte Wirkung durch die orale Einnahme lang genug anhält. Liegt eine Veranlagung für örtliche Entzündungen vor eignet sich eine lokale Anwendung von CBD.  Dadurch lassen sich gezielt die Orte des Körpers behandeln, an denen die Entzündungen bzw. Schmerzen auftreten. Hier können z.B.  CBD-haltige Cremes helfen.

Warum wirkt CBD je nach Darreichungsform unterschiedlich?

Durch das Inhalieren von CBD wird das Cannabinoid schnell vom Körper aufgenommen, da es über die Lunge direkt in den Blutkreislauf gelangt. Zwar kann das Cannabinoid dadurch schneller wirken, allerdings währt die Wirkung schnell ab. CBD Öl hingegen wird über die Mundschleimhaut aufgenommen. Dadurch dauert es zwar etwas länger, bis es in den Blutkreislauf gelangt, wirkt dadurch aber auch über einen längeren Zeitraum. Im Falle der Einnahme von CBD-haltigen Lebensmitteln wie z.B. Tee ist die Wirkdauer am längsten da der Wirkstoff über die Darmschleimhaut in den Körper gelangt. Bei der Anwendung von CBD-haltigen Salben liegt eine gewisse Verzögerung vor, allerdings weniger stark als bei der oralen Einnahme. Denn CBD kann relativ schnell über die Membranen der Haut aufgenommen werden. Durch die punktuelle Anwendung kommt es zu einem Effekt, der sich mit dem einer örtlichen Betäubung vergleichen lässt. Dadurch können z.B. Schmerzen und Entzündungen gezielt gelindert werden.

Eine Antwort auf die Frage „Warum wirkt CBD so unterschiedlich?“: Weil kein Mensch ist wie der andere. Durch körperliche Unterschiede und verschiedene Bedürfnisse muss individuell eingeschätzt werden, welche Dosierung und Darreichungsform die jeweilig beste ist.

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