BeautyCBDLifestyleWissen

Hanf als nachhaltiges Material für Textilien und Kosmetik

Von 2. Dezember 2020Keine Kommentare

Seit ein paar Jahren boomt das Thema Nachhaltigkeit. Das Einsparen von klimaschädlichen Emissionen, die Schonung natürlicher Ressourcen und die Vermeidung von unnötigem Abfall stellen die Basis einer nachhaltigen Lebensweise dar. Was vor ein paar Jahren eher in die Kategorie Öko – Trend fiel, ist heute wichtiger Bestandteil im Alltag vieler Menschen. Nachhaltigkeit lässt sich auch durch die Nutzung von Hanf-Produkten erreichen. Wir erklären dir, warum Hanf ein nachhaltiges Material ist.

Problematischer Konsum von Textilien

Laut den Angaben der Europäischen Umweltagentur (EUA) ist der private Konsum von Textilien für einen substanziellen Teil der von europäischen Verbrauchern verursachten Umweltschäden verantwortlich. Pro Person und Jahr werden 1,3 Tonnen Rohmaterialen und 100 Kubikmeter Wasser verbraucht. Außerdem wird die meiste Kleidung wird nach dem Gebrauch nicht recycelt, sondern verbrannt, ungenutzt weggeworfen oder zu Dumpingpreisen im Ausland verkauft wird. Dieses Problem betrifft nicht nur Europa, sondern die ganze Welt. Die Umweltauswirkungen sind neben dem Müllproblem vor allem auf den ressourcenintensiven Anbau von Baumwolle sowie auf problematische Materialien wie Leder und Kunststoffe zurückzuführen. In der Lederverarbeitung werden höchst schädliche Chemikalien verwendet. Viele der aus Mineralöl gewonnene synthetischen Fasern sind schlicht nicht vollständig recyclebar. Da sich die Fasern nur sehr langsam zersetzen kontaminieren sie als Mikroplastik unsere Luft und Gewässer.

Hanf als vielseitiges und unschädliches Rohmaterial

Neben der Schädigung unserer Umwelt werden in der globalen Textilindustrie sowohl Tiere als auch Menschen schamlos ausgebeutet. In der Wertschöpfungskette stehen wir laut einem weiteren Bericht der EUA eindeutig am gewinnenden Ende. Die ökologischen und sozialen Kosten tragen andere. Hanf als Rohstoff für Textilien bringt keines dieser Probleme hervor, ist aber während den letzten Jahrzehnten in Vergessenheit geraten. Er kann regional angebaut und verarbeitet werden. Zwar sind diese lokal produzierten Produkte durch das hohe Lohnniveau in Deutschland meist teurer als herkömmliche Textilien. Führt man sich jedoch die bereits erwähnten Auswirkungen auf Menschen und Natur vor Augen, sollte die Rechnung aber trotzdem aufgehen. Die Nutzung von Hanf als nachwachsender Rohstoff für Textilfasern stellt kein Neuland dar. Bereits vor 10.000 Jahren wurden Hanffasern als Textilmaterial benutzt, um daraus Seile, Kleidung, Segel oder Säcke zu spinnen.

Hanffasern weisen dabei folgende Vorteile auf:

  • Sehr haltbar
  • Atmungsaktiv
  • Schützen vor schädlicher UV-Strahlung
  • Wirken absorbierend und antimikrobiell
  • Sind sehr hautfreundlich und daher auch für Allergiker und Personen mit Hautkrankheiten geeignet
  • Enthalten keine Giftstoffe (z.B. Pestizide)
  • Sind umweltfreundlich und können regional angebaut werden
  • Kühlen im Sommer und wärmen im Winter

Kosmetikprodukte mit Hanf

Durch den hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, Antioxidantien und Gamma-Linolensäure (GLA) wirkt sich bereits das aus den Samen gepresstes Öl der Hanfpflanze positiv auf das Hautbild aus. Wie die meisten von euch wahrscheinlich schon wissen, bestehen aber auch weitere Inhaltsstoffe, die die Hautgesundheit fördern können: Die pflanzlichen Cannabinoide: Das in Cannabis enthaltene Cannabidiol (CBD) wirkt entzündungshemmend, weshalb CBD-haltige Kosmetik erstaunliche Erfolge bewirken kann. Besonders bei Personen, die unter Neurodermitis oder anderen Hautkrankheiten leiden, die auf chronische Entzündungen zurückzuführen sind. Hier können die mit CBD-Extrakt versetzte Kosmetika sehr effektiv wirken. Neben Neurodermitis bestehen viele weitere Haut-bezogene Anwendungsmöglichkeiten.

Dazu gehören:

  • Akne
  • Schuppenflechte
  • Dermatitis
  • Trockene Haut
  • Falten
  • Narben

Augen auf beim Kauf

Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, welche Inhaltsstoffe in dem jeweiligen Kosmetik-Produkt enthalten sind. Zwar wirkt sich auch Hanfsamenöl ohne CBD förderlich auf die Gesundheit der Haut aus. Vor allem in der prophylaktischen, also vorsorglichen Anwendung. Jedoch sollte das alleinige Aufkommen von Cannabis sativa L. (Hanf) in der Liste der Inhaltsstoffe nicht mit einem wirksamen Gehalt an CBD verwechselt werden. Bei der Suche nach Kosmetikprodukten mit CBD für eine therapeutische Anwendung, sollte das Hauptaugenmerk auf dem prozentualen Gehalt bzw. der Mengenangabe für CBD liegen. Denn nur das enthaltene CBD kann mit dem Endocannbinoidsystem (ECS) des Körpers interagieren und so seine spezifische Wirkung entfalten.

Hanf ist ein nachhaltiges Material

Doch was genau macht Hanf so nachhaltig? Bereits der Anbau der Pflanze ist sehr umweltfreundlich. Im Vergleich mit Baumwolle verwertet Hanf Wasser sechsmal effizienter. Außerdem sind Hanfpflanzen sehr robust und werden kaum von Schädlingen befallen. Aus diesem Grund müssen sie bei professioneller Handhabung nicht mit umweltschädlichen Pestiziden behandelt werden. In der biologischen Landwirtschaft ist Hanf als Zwischenfrucht sehr beliebt, da er sehr tief wurzelt und dadurch verdichtete Böden auflockert. Zusätzlich kann er auf natürliche Art und Weise Unkraut fernhalten, da seine großen Blätter viel Schatten werfen. Vor allem im Anbau für Textilfasern. So profitieren die nachfolgenden Kulturen an Nutzpflanzen von einem belüfteten und dadurch besser bewässertem sowie unkrautfreiem Boden. Ohne den Einsatz von umweltschädlichen Herbiziden und störenden Eingriffen durch große Maschinen.

Aufgrund seiner Vielfältigkeit und einer großen Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten sowie seiner nachhaltigen Eigenschaften wird Hanf in der Modewelt und Kosmetikbranche immer beliebter. Dass man mithilfe von Hanf sich selbst, seiner Gesundheit und der Umwelt etwas Gutes tun kann, hört sich für uns nach einem ziemlich guten Deal an. Eines ist jedenfalls sicher: das Ausprobieren lohnt sich.

Hinterlasse einen Kommentar