Was ist CBG (Cannabigerol)? – Wirkung und Bedeutung

Oktober 26, 2021 3 min Lesezeit

Was ist CBG (Cannabigerol)? – Wirkung und Bedeutung

Von CBD (Cannabidiol) und THC (Tetrahydrocannabinol) hat inzwischen wahrscheinlich jeder schon einmal etwas gehört. Es existieren allerdings noch viele weitere Cannabinoide in der Hanfpflanze, die unsere Aufmerksamkeit verdienen. Dazu gehört unter anderem CBG (Cannabigerol). Die Bedeutung dieses interessanten Cannabinoids ist vielen noch recht unbekannt. Wir versuchen an dieser Stelle etwas Licht ins Dunkel zu bringen und stellen euch den zu Unrecht vernachlässigten Verwandten von CBD vor. Wir gehen auf die Frage ein: Was ist CBG genau? Und: Wie wirkt CBG?

Was ist CBG?

CBG (Cannabigerol) ist genau wie CBD ein pflanzliches Cannabinoid. Es ist der Vorläufer von CBD und THC. Es bildet sich zu Beginn der Entwicklung der Hanfpflanze und findet sich demnach hauptsächlich in jungen Pflanzen. Vor allem in Cannabissorten, die einen geringen THC-Anteil und einen hohen CBD-Anteil ausbilden ist es in erhöhten Konzentrationen vorhanden. So wie CBD wirkt auch CBG nicht psychotrop, ruft also keine Rauschzustände hervor. Es besitzt jedoch einige interessante spezifische Eigenschaften, die die Wirkung von CBD ergänzen können.  

CBG als Rohstoff für CBD und THC

In der Hanfpflanze finden wie auch bei uns Menschen Stoffwechselprozesse statt, die auf chemischen Reaktionen basieren. Durch Enzyme wird CBG erst zu CBDA bzw. THCA umgeformt (das „A“ steht für „Acid“, also Säure). Die Energie der Sonne in Form von UV-Strahlung wandelt die Säureform der Cannabinoide dann in CBD und THC um. CBG stellt somit den „Rohstoff“ für CBD und THC dar. Aus CBG gehen also weitere Cannabinoide hervor. Diese besitzen andere Eigenschaften als CBG selbst.

Funktionsweise von CBG im Körper

CBG wirkt wie alle Cannabinoide auf das Endocannabinoidsystem (ECS) ein. Es wirkt als Antagonist von CB1-Rezeptoren. Es hemmt also ähnlich wie CBD die Wirkung von CB1-Agonisten wie THC, die den Rezeptor stimulieren und dadurch u.a. psychotrope Effekte hervorrufen. Somit könnte CBG ähnlich wie CBD als Gegenspieler von THC . fungieren. Dadurch könnte CBG negative Nebenwirkungen des THC-Konsums wie Paranoia und Angstzustände abmildern. Außerdem hemmt es so wie sein Verwandter CBD die Wiederaufnahme von Endocannabinoiden. Diese können dadurch länger und besser wirken2.

Zusätzlich wirkt CBG auf weitere Rezeptorsysteme ein. Dazu gehört die TRPM-Familie, namentlich der sogenannte TRPM8-Rezeptor-Ionenkanal. Forscher führen die außergewöhnlichen anticancerogenen Eigenschaften von CBG im Zusammenhang mit Darmkrebs auf die Wirkung von CBG auf den TRPM8 zurück1.

Wie wirkt CBG?

Die bisherigen Wissenschaftliche Studien2 deuten auf viele positive Effekte von CBG hin:

  • antibakteriell
  • appetitstimulierend
  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd
  • neuroprotektiv
  • muskelentspannend
  • antiemetisch (gegen Übelkeit)
  • anticancerogen (gegen Darmkrebs)
  • senkt den Augeninnendruck

CBG und Darmkrebs

Wie bereits erwähnt besitzt CBG laut wissenschaftlichen Untersuchungen anticancerogene Eigenschaften. Eine 2014 in der Fachzeitschrift „Carcinogenesis“ veröffentliche Studie untersuchte das Potenzial von CBG im Zusammenhang mit Darmkrebs. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass CBG dazu fähig ist selektiv das Wachstum von Krebszellen effektiv zu hemmen und so das Fortschreiten von Darmkrebs zu verhindern. Dies sei auf die Wirkung von CBG als TPRM8-Antagonist zurückzuführen. Die Hemmung der Aktivität des Rezeptor-Ionenkanals führe in vivo (im lebenden Organismus) dazu, dass sich die Krebszellen langsamer ausbreiten. In vitro (in Zellkulturen im Reagenzglas) komme es sogar zu einem Absterben der Krebszellen.1

Herstellung von CBG-Öl

Die Herstellung eines CBG-Extrakts ist weitaus aufwändiger als die eines CBD-Extrakts. Denn wie schon erwähnt findet sich CBG vor allem in jungen, also unreifen Hanfpflanzen, die noch nicht in die Blüte gekommen sind. Normalerweise wird Hanf aber erst während der Blütezeit geerntet. Zusätzlich sind die Gehalte an CBG in Nutzhanf sehr gering: Gerade einmal 0,1-2%. Zum Vergleich: Die Gehalte an CBD erreichen bis zu 15%. Im Gegensatz zu anderen Herstellern nutzen wir keine synthetisierten CBG-Kristalle, sondern stellen eigens ein CBG-Extrakt mittels CO2-Extraktion her. Dieses vermengen wir genau wie bei der Herstellung unserer CBD-Öle mit biologisch produziertem Hanfsamen-Öl. So entsteht ein CBG-Öl erster Güte mit einem breiten Spektrum an Cannabinoiden. Denn neben CBG ist in unseren CBG-Ölen auch CBD enthalten.

1F. Borelli et. Al.: Colon carcinogenesis is inhibited by the TRPM8 antagonist cannabigerol, a Cannabis-derived non-psychotropic cannabinoid, Carcinogenesis (12.09.2017) URL: https://doi.org/10.1093/carcin/bgu205(Stand 26.10.2021)

2S. Deiana: Chapter 99 - Potential Medical Uses of Cannabigerol: A Brief Overview, Handbook of Cannabis and related Pathologies, Academic Press (2017) URL: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/B9780128007563001150?via%3Dihub (Stand: 26.10.2021)

3Vergara, D., Bidwell, L., Gaudino, R. et Al.: Compromised External Validity: Federally Produced Cannabis Does Not Reflect Legal Markets, Sci Rep (2017). URL: https://doi.org/10.1038/srep46528 (Stand:26.10.2021)


Schreiben Sie einen Kommentar

Kommentare werden vor der Veröffentlichung genehmigt.


Vollständigen Artikel anzeigen

Warum Hanf gut für unsere Umwelt ist
Warum Hanf gut für unsere Umwelt ist

Mai 09, 2022 4 min Lesezeit

CBG: der vergessene kleine Bruder des Cannabidiol
CBG: der vergessene kleine Bruder des Cannabidiol

April 05, 2022 2 min Lesezeit

Die Rechtslage zu CBD: Alles, was Sie wissen sollten
Die Rechtslage zu CBD: Alles, was Sie wissen sollten

März 25, 2022 4 min Lesezeit