Warum Hanf gut für unsere Umwelt ist

Mai 09, 2022 4 min Lesezeit

Warum Hanf gut für unsere Umwelt ist

Viele von euch haben womöglich schon hier und da gehört bzw. gelesen, dass Hanfprodukte im Vergleich mit Produkten aus anderen Rohstoffen besser für die Umwelt seien. Hier wollen wir euch aufzeigen, worin genau die ökologischen Vorteile von Hanf liegen.

Ökologische Vorteile von Hanffasern

Produkte aus Hanffasern sind wahrlich ein Segen für die Natur: Zwar braucht Hanf wie alle Pflanzen Wasser zum Wachsen, durch seine langen Wurzeln kann er sich dieses jedoch selbst aus tieferen Bodenschichten holen, ohne dass das Grundwasser angezapft werden muss.

So verwertet Hanf Wasser sechsmal effizienter als Baumwolle.1 Das ist im Anbetracht häufigerer Dürren besonders wichtig. Denn die Speicher, aus denen wir oft auch unser Grundwasser beziehen, werden nicht mehr so regelmäßig aufgefüllt wie gewohnt.

Dazu ist die Hanfpflanze gut für die ökologische Landwirtschaft geeignet. Bei fachgerechtem Anbau werden keine Pestizide und künstliche Düngemittel benötigt, um ein qualitativ hochwertiges Produkt herzustellen.

Produkte aus Hanf haben eine gute Umweltbilanz

Außerdem können die Fasern der Hanfpflanze zu Materialien mit speziellen Eigenschaften weiterverarbeitet werden: Neben Textilien, also Stoffen und Kleidung, können so viele weitere Produkte hergestellt werden. Dazu gehören traditionell beispielsweise Seile für die Schifffahrt, die besonders starke Kräfte aushalten müssen. Doch auch als ökologischer Dämmstoff für Häuser findet Hanf seit langem Verwendung. Mittlerweile wurden sogar Biokunststoffe aus Hanf entwickelt, die wiederum für alle möglichen Nutzungen eingesetzt werden können.2 

Diese Produkte können um Gegensatz zu ihren synthetischen Pendants allesamt auf natürliche Weise abgebaut werden und verbleiben dadurch nicht auf lange Zeit in der Umwelt bzw. verursachen dort keine unvorhersehbaren Probleme.

Die Umweltbilanz von Produkten aus Hanf ist also, auch dank ihrer guten Umweltverträglichkeit, als sehr positiv zu bewerten.

Ökologisch problematisch: Fasern aus Baumwolle und Erdöl

Derzeit bilden Baumwolle und Erdöl die Ausgangsstoffe für den Großteil der globalen Faserproduktion. 3 Während die Fasern der Baumwolle direkt für das Weben von Stoffen benutzt werden können, muss Erdöl erst zu synthetischen Fasern weiterverarbeitet werden.

Auswirkungen des Baumwollanbaus

Das eigentliche Problem ist der konventionelle Baumwollanbau, aus dem der Großteil der Baumwolle für die Textilproduktion stammt. Denn bei dieser intensiven Form der Landwirtschaft muss künstlich bewässert werden, wodurch die Grundwasservorräte mit der Zeit aufgebraucht werden. Dazu wird oft genmanipuliertes Saatgut eingesetzt, wo wir bei dem zweiten großen Nachteil der Baumwolle wären: sie ist sehr schädlingsanfällig. In der Konsequenz muss mit massiv mit Pestiziden nachgeholfen werden, die Mensch und Umwelt in der direkten Umgebung stark belasten. So werden durch den konventionellen Baumwollanbau nicht nur wichtige natürliche Ressourcen wie Wasser und Boden, sondern auch unzählige Menschen ausgebeutet. 4

Ungewollte Nebenwirkungen von synthetischen Fasern

Ein Nachteil von Textilien aus synthetischen Fasern: Erdöl ist als fossile Ressource endlich und schlecht für die Umwelt, besonders für das Klima. Denn bei der Verbrennung dieser Kleidungsstücke in der Müllentsorgung entstehen so schädliche Treibhausgase. Dazu kommen viele weitere Probleme: da synthetische Fasern Kunststoffe darstellen, können sie nicht ohne weiteres abgebaut werden. Somit verbleiben sie über lange Zeiträume in der Umwelt und gefährden Mensch und Tier.

Ein sehr wichtiges Thema ist an dieser Stelle Mikroplastik: bei jedem Waschen von Kleidungsstücken aus beispielsweise Polyester gelangen die synthetischen Fasern in den Wasserkreislauf und so am Ende auch in unseren Körpern, wo sie u.a. Krebs verursachen können. Dazu sind die enthaltenen Verbindungen oft hormonell wirksam und können so unser eigenes Hormonsystem stören. Die Wissenschaft fängt gerade erst an diese ungewollten Nebenwirkungen, die ein unberechenbares Risiko für uns und unsere Umwelt darstellen, zu verstehen. 5

Wie ihr merkt, sind konventionelle Textilien, die mit Fasern aus Baumwolle und Erdöl hergestellt wurden, mit allerlei Problemen verbunden. Durch das Tragen von Textilien aus Hanffasern hingegen kann der Umwelt im besten Fall sogar etwas Gutes getan werden.

Hanf als nachwachsender Rohstoff in der ökologischen Landwirtschaft

Ein weniger offensichtlicher Vorteil von Hanf als Rohstoff liegt darin, dass er als Kulturpflanze angebaut werden kann und damit, z.B. im Gegensatz zu fossilen Rohstoffen wie Erdöl, unendlich ist. Und nicht nur das: im Vergleich mit anderen Kulturpflanzen ist seine Umweltbilanz weitaus besser denn er kann hervorragend ökologisch angebaut werden.

Zwei positive ökologische Eigenschaften haben wir bereits kennengelernt: Hanf muss im Feld, das bedeutet, wenn er draußen angebaut wird, dank seiner tiefen Wurzeln im Regelfall nicht künstlich bewässert werden. Durch das bis zu drei Meter tiefreichende Wurzelwerk lockert die Pflanze nebenbei verdichtete Böden auf. Auch deshalb ist Hanf in der ökologischen Landwirtschaft sehr beliebt, da sich der Boden zwischen zwei anspruchsvolleren Kulturen „erholen“ kann. Dazu hält er auf natürliche Art und Weise Unkraut fern, denn seine großen Blätter werden viel Schatten, die das Wachstum von unbeliebten Pflanzen erschweren. Auch auf den Einsatz von Pestiziden kann dank seiner hohen Widerstandskraft gegenüber Schädlingen verzichtet werden. Ein dritter großer Vorteil liegt darin, dass bei richtiger Handhabe keine künstlichen Düngemittel benötigt werden, damit Hanf gut wächst. Die Pflanze nimmt organische Düngemittel wie Gülle oder Mist, die erst mit der Zeit abgebaut und eher langsam aufgenommen werden gut an. 6

Hanf ist also ein echtes Naturtalent und tut nicht nur uns, sondern auch unserer Umwelt gut!

1 Drastig, K.; Flemming, I.; Gusovius, H.-J.; Herppich, W.B. Study of Water Productivity of Industrial Hemp under Hot and Dry Conditions in Brandenburg (Germany) in the Year 2018. Water (2020), 12, 2982. URL: https://www.mdpi.com/2073-4441/12/11/2982

2Statista: Production volume of textile fibers worldwide in 2020, by type (2022) URL: https://www.statista.com/statistics/1250690/global-textile-fiber-production-type/

3 Chemie.de: Öko-Kunststoff aus Holz und Hanf (2004) URL: https://www.chemie.de/news/38983/oeko-kunststoff-aus-holz-und-hanf.html

4Organic Trade Association (OTA): Cotton and the Environment (2017) URL: https://ota.com/sites/default/files/indexed_files/CottonandtheEnvironment.pdf

5Spektrum.de: Die rätselhafte Mikroplastik-Gefahr (2021) URL: https://www.spektrum.de/news/umwelt-wie-schaedlich-ist-mikroplastik-wirklich/1872625

6 Ökolandbau.de: Ökologischer Hanfanbau (letzte Aktualisierung 16.09.2021) URL: https://www.oekolandbau.de/landwirtschaft/pflanze/spezieller-pflanzenbau/oelfruechte/oekologischer-hanfanbau/


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