Inhaltsstoffe von Hanf

Oktober 24, 2021 4 min Lesezeit

Inhaltsstoffe von Hanf

Hanf (Cannabis) besteht aus vielen Unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Dazu gehören Nährstoffe, Cannabinoid, Terpene und Flavonoide. Neben diesen Stoffgruppen sind die Fasern der Hanfpflanze für den Menschen interessant. An dieser Stelle wollen wir vor allem auf die enthaltenen Nährstoffe und ihre Nutzen für den menschlichen Körper eingehen.

Seit der Enttabuisierung von Cannabis findet nach und nach das Wissen über den gesundheitlichen Mehrwert der Pflanze in das allgemeine Bewusstsein zurück. Durch die Wiedereinführung von Hanf als Nutzpflanze ist auch in Deutschland eine neue Agrarindustrie entstanden, die sich auf den Anbau von Nutzhanfsorten mit unter 0,2% THC und die Herstellung von Lebensmitteln aus Hanf spezialisiert hat. Diese Produkte haben somit keinen psychotropen Effekt. Es geht in diesem Kontext einzig und allein um nicht-psychotrope Inhaltsstoffe. Dazu gehören u.a. Cannabinoide wie CBD (Cannabidiol) sowie die enthaltenen Nährstoffe und Fasern.

Nährstoffe von Hanfsamen

Im Zusammenhang mit der Nutzung von Hanf als Nährstofflieferant wird sich hauptsächlich auf die Produktion von Hanfsamen konzentriert, da dieser Teil der Pflanze den größten nährstofflichen Nutzen bietet. Zu den in Hanfsamen enthaltenen Nährstoffen zählen Fette (25-35%) mit einem idealen Verhältnis an Fettsäuren, einfach zu verdauende Proteine (20-25%) die hohe Gehalte an essenziellen Aminosäuren aufweisen und Kohlehydrate (20-30%), die zu einem Großteil aus Ballaststoffen bestehen. Außerdem sind in Hanfsamen wichtige Vitamine und Minerale enthalten.

Fette

Fette stellen die wichtigste Gruppe an Nährstoffen in Hanfsamen dar. Sie gehören aufgrund ihres hohen Fettgehalts zu den Ölsaaten, die sich gut für die Produktion von pflanzlichen Ölen eignen.

Neben einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren (90%) mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (70-80%) enthalten Hanfsamen ein für den Menschen ideales Verhältnis (3:1 bis 5:1) an Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren . Sie werden auch als essenzielle Fettsäuren bezeichnet. Der menschliche Körper benötigt diese Fette, um seine Funktion zu erhalten, kann sie aber nicht selbst herstellen. Sie gelten als gesund, da sie nach medizinischen Erkenntnissen Herz-Kreislauf -und neurodegenerativen Krankheiten sowie Krebs vorbeugen.

Proteine

Neben Fetten ist in Hanfsamen ein hoher Prozentsatz an Proteinen enthalten (20-25%). Der nährstoffliche Mehrwert von Proteinen hängt von den enthaltenen Aminosäuren, ihrer Verdaulichkeit bzw. Bioverfügbarkeit ab.

Hanfsamen enthalten alle für den menschlichen Organismus essenziellen Aminosäuren. Dabei sind die Gehalte der meisten essenziellen Aminosäuren höher als z.B. in Sojabohnen oder Kasein (ein tierisches Protein, das in Milchprodukten enthalten ist). Auch die biologische Wertigkeit (höchster Wert = 1), also der niedrigste Gehalt einer der acht für den Menschen essenziellen Aminosäuren liegt bei Hanfprotein mit einem Wert von zwischen 0,75 und 0,62 nur wenig hinter Sojaeiweiß oder Milchprotein.

Wird die Schale der Hanfsamen entfernt steigert sich die Verdaulichkeit der Proteine von ca. 85 auf bis zu 95%. Das heißt der Körper kann fast alle in den Hanfsamen enthaltenen Eiweiße für den Aufbau des Körpers wie z.B. beim Muskelwachstum nutzen. Wem es um die enthaltenen Proteine geht sollte somit darauf achten geschälte Hanfsamen zu sich zu nehmen.

Zusammengefasst eignen sich Hanfsamen sehr gut als pflanzliche Eiweißquelle, deren Proteingehalt (20-25%) anderen eiweißreichen Lebensmitteln wie Quinoa (13%), Chia (18,2-19,7%) oder Leinsamen (20,9%) in nichts nachsteht.

Kohlenhydrate

Die in Hanfsamen enthaltenen Kohlenhydrate (20-30%) bestehen zu einem erstaunliche hohen Anteil aus Ballaststoffen. So wurde je nach wissenschaftlicher Studie ein Gehalt von 98-100% festgestellt.

Ballaststoffe sind für den Erhalt der menschlichen Gesundheit unerlässlich. Sie sind selbst probiotisch aktiv, fördern also das Wachstum von Mikroorganismen mit positiven Eigenschaften wie z.B. die der Darmflora. Insbesondere hat sich gezeigt, dass Ballaststoffe die Insulinsensitivität verbessern können. Außerdem reduzieren sie den Appetit und verringern damit die Nahrungsaufnahme. Somit sinkt das Risiko von Fettleibigkeit und Diabetes. Außerdem können sie das Gesamtcholesterin im Blut und das Lipoprotein niedriger Dichte (LDL) senken; dessen Gehalt aufgrund der Ernährung vieler Menschen in Industrieländern oft erhöht ist. Da die Ballaststoffe der Verdauung im Dünndarm widerstehen, gelangen sie außerdem in den Dickdarm, wo sie von der Darmmikrobiota fermentiert werden, um kurzkettige Fettsäuren mit antikanzerogenen und entzündungshemmenden Eigenschaften zu produzieren.

Vitamine

Das wichtigste in Hanfsamen enthaltene Vitamin ist Vitamin E aufgrund seines hohen Vorkommens. Hanfsamen enthalten 5mg Vitamin E pro 100 mg. Männer haben eine Vitaminbedarf von 13mg und Frauen einen von 11mg pro Tag. Bei einer Portionsgröße von 30g Hanfsamen kann der Bedarf somit zu 12 bzw. 14% gedeckt werden.1

Vitamin E zählt zu den fettlöslichen Vitamin und ist als Antioxidans wichtig für den Schutz der menschlichen Zellen. Außerdem kann Vitamin E Entzündungsreaktionen vermindern und einer Verkalkung der Arten (Arteriosklerose) vorbeugen. Daneben kann Vitamin E das Gedächtnis schützen und das Erinnerungsvermögen positiv beeinflussen.2

Minerale

Minerale werden in zwei Gruppen eingeteilt: Makro- und Spurenelemente. Makroelemente sind Minerale, die der menschliche Körper in einer Menge von über 50 mg pro Tag benötigt, Spurenelemente hingegen nur zu unter 50 mg pro Tag. Die wichtigsten Makroelemente in Hanfsamen sind Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg), Kalzium (Ca) und Natrium (Na), während unter den Spurenelementen Eisen (Fe), Mangan ( Mn), Zink (Zn) und Kupfer (Cu) enthalten sind.

Die Gehalte an Phosphor  und Kalium liegen über denen von Leinsamen (461,35 mg/100 g und 568,91 mg/100 g), die als ideale Quelle für diese Makronährstoffe gelten. Außerdem enthalten sie kaum Natrium. Einem hohen Verhältnis von Kalium zu Natrium in Lebensmitteln werden kardioprotektive Effekte nachgesagt, also ein Schutz des Herz-Kreislaufsystems. Auch Magnesium wirkt sich positiv auf die Herzgesundheit aus. Die Menge dieses Minerals in Hanfsamen entspricht der Walnuss (Mg-Bereich: 381–443 mg/100 g), die eine der wichtigsten natürlichen Quellen für Magnesium ist. Auch Eisen ist in hohen Mengen enthalten: 30g Hanfsamen decken den Tagesbedarf zu knapp 50%.

Im Allgemeinen stellen Hanfsamen eine ausgezeichnete Quelle für Minerale dar, insbesondere für Eisen, Magnesium, Kupfer, Zink, Posphor und Magnesium.1

 

1 B. Farinon et al.: The Seed of Industrial Hemp (Cannabis sativa L.): Nutritional Quality and Potential Functionality for Human Health and Nutrition.Nutrients.(29. Juni 2020) URL: https://www.mdpi.com/2072-6643/12/7/1935/html (Stand: 24. Oktober 2021)

2 Carola Felchner: Vitamin E. Netdoktor.(22. September 2019) URL: https://www.netdoktor.de/laborwerte/vitamin-e/ (Stand 24. Oktober 2021)


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