Die Rechtslage zu CBD: Alles, was Sie wissen sollten

März 25, 2022 4 min Lesezeit

Die Rechtslage zu CBD: Alles, was Sie wissen sollten

CBD findet zunehmend Anwendung in unserem Alltag. Daher stellt sich früher oder später die Frage, wie legal das Mitführen und die Einnahme von CBD ist. Sicherlich haben Sie bereits mitbekommen, dass in Deutschland regelmäßig Razzien in CBD- und Hanfshops stattfinden. Warum ist das so? In diesem Blogbeitrag klären wir die Rechtslage rund um CBD. Disclaimer: Mit diesem Artikel gewähren wir keine Rechtssicherheit.

 

Was ist CBD?

CBD steht für „Cannabidiol“. Es handelt sich um eines von über 100 Cannabinoiden, die in der Hanfpflanze zu finden sind. Auf Basis verschiedenster präklinischer und klinischer Studien weist CBD unter anderem angstlösende, entzündungshemmende oder schmerzlindernde Eigenschaften auf. Cannabidiol befindet sich vor allem in Blüten, Blättern und den Stängeln der Hanfpflanze. Da CBD nicht berauschend wirkt, ist Auto fahren nach der Anwendung problemlos möglich. Genau genommen fällt CBD nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, allerdings sind in Vollspektrum-Produkten und unverarbeiteten CBD-Produkten Spuren vom psychoaktiven THC zu finden. Aus diesem Grund wird CBD in seltenen Fällen trotzdem als potenzielles Betäubungsmittel eingestuft. Doch was bedeutet das für den Endverbraucher? Wir klären auf.

 

Wichtiger Unterschied: Verarbeitete und unverarbeitete CBD-Produkte

Wie es um die Rechtslage von Cannabidiol bestellt ist, hängt unter anderem davon ab, ob das Produkt verarbeitet wurde oder nicht. Zu den verarbeiteten Produkten zählen CBD Öle (Interner Link: https://beflora-cbd.de/collections/cbd-oel), CBD Naturkosmetik (Interner Link: https://beflora-cbd.de/collections/cbd-naturkosmetik) oder CBD Liquid. Diese Produkte sind legal, solange sich der THC-Wert unter 0,2 % befindet und ausschließlich zu gewerblichen Zwecken an Kunden abgegeben wird.

 

Bei unverarbeiteten CBD-Produkten ist es anders, denn hier herrscht eine Grauzone. Unverarbeitete Produkte sind CBD Blüten, CBD Hanftees oder CBD Zigaretten. Zwar befindet sich der THC-Gehalt hier ebenfalls unter 0,2 % und die Produkte dürfen zu gewerblichen bzw. wissenschaftlichen Zwecken an Kunden abgegeben werden, dennoch befürchtet man, dass unverarbeitete Produkte zu Rauschzwecken missbraucht werden könnten. Per Definition wären CBD-Blüten illegal, da der Missbrauch zu Rauschzwecken nicht ausgeschlossen werden könne. Das wäre realistisch gesehen aber nur der Fall, wenn eine einzelne Person ein gesamtes Hanffeld rauchen würde. Aufgrund dieser utopischen Vorstellung vertreiben einige Shops trotzdem unverarbeitete CBD-Produkte. Das Urteil des Bundesgerichtshofes zum sogenannten „Hanfbar-Prozess“ legte fest, dass CBD Blüten zwar ein Betäubungsmittel im Sinne des BtMG sind, jedoch problemlos an den Endverbraucher verkauft werden dürfen, solange Missbrauchspotenziale ausgeschlossen werden.

 

 

Ist CBD Öl in Deutschland legal?

Als Kunde aus Deutschland muss man bei der Anwendung von CBD und CBG Öl nichts befürchten. Öl mit Cannabidiol fällt in die Kategorie der verarbeiteten Produkte und ist legal, solange der THC-Gehalt von 0,2 % nicht überschritten wird. Das ist bei seriösen CBD-Händlern Standard. Auch die Weltgesundheitsorganisation stuft Cannabidiol als unbedenklich und gut verträglich ein. Darüber hinaus wird unser EU-zertifizierter Nutzhanf aus eingetragenen Hanfsorten wie Futura 75 gewonnen. Diese Sorte weist von Natur aus einen geringen THC-Gehalt auf. Hier können wir ausschließen, dass das Produkt zu Rauschzwecken missbraucht wird.

 

Kann Cannabidiol mir im Blut oder Urin nachgewiesen werden?

In einem Drogentest wird das Blut oder der Urin nicht auf CBD, sondern auf THC geprüft. Natürlich weisen Vollspektrum-Öle oder unverarbeitete CBD-Produkte geringfügige Anteile des psychoaktiven THC auf. Allerdings in so geringem Umfang, dass man das weder im Blut noch im Urin nachweisen kann. Die einzige Bedingung: Der THC-Gehalt der Produkte muss stets bei 0,2 % oder geringer sein. Wer trotz allem auf Nummer sicher gehen möchte, kann auf CBD Kristalle zurückgreifen. Das ist die reinste Form von CBD, da das THC komplett herausgefiltert wird.

 

Wenn die Polizei Sie anhält

Sollte es der Fall sein, dass die Polizei Sie eines Tages anhält und CBD-haltige Produkte findet, stellt das in der Regel kein Problem dar. Dennoch können die Beamten stutzig werden, falls diese CBD Blüten bei Ihnen finden. Das liegt daran, dass die Buds optisch aussehen wie herkömmliches, berauschend wirkendes Marihuana. Wenn Sie der Polizei erklären, dass es sich dabei um nicht-psychoaktives CBD handelt, dann werden die Beamten die Blüten höchstwahrscheinlich analysieren lassen. Spätestens dann klärt sich, dass es sich hierbei um CBD handelt und Sie müssen nichts weiter befürchten. Um Ihnen jedoch unnötige Probleme und Stress zu ersparen, empfehlen wir, die Blüten nicht mit sich zu führen.

 

CBD im Urlaub

Viele Menschen haben Cannabidiol bereits fest in ihrem Alltag integriert. Daher darf das Produkt auch im Urlaub nicht fehlen. Doch Achtung – wer CBD mit in den Urlaub nehmen möchte, sollte sich vorab genau informieren, wie die Rechtslage im Zielland ist. Länder wie Dänemark, Griechenland, Österreich oder Schweiz gehen relativ locker mit CBD um, solange bestimmte THC-Grenzwerte nicht überschritten werden. Hier stellt die Mitnahme von Cannabidiol kein Problem dar. Andere Länder wie Frankreich oder Großbritannien erlauben CBD-Produkte nur, wenn sie aus Isolaten hergestellt werden. Ein Voll- oder Breitspektrum-Öl darf die Landesgrenze dann nicht passieren. Mit dieser Aufzählung gewähren wir jedoch keine Rechtssicherheit. Die Rechtslage ändert sich ständig und Sie sind auf der sichersten Seite, wenn Sie vor Antritt der Reise nochmals auf eigene Faust recherchieren.

 

Warum es immer wieder zu Razzien kommt

Hin und wieder liest man in den Nachrichten von Razzien in Hanfshops. Hier wird nach Produkten, die Cannabidiol enthalten, gefahndet. Doch warum? Denn nach der Einschätzung der Staatsanwaltschaft München ist CBD „kaum psychoaktiv“ und dementsprechend auch kein Rauschgift. Wir haben bereits gelernt, dass CBD-Produkte einen THC-Gehalt von höchstens 0,2 % aufweisen dürfen. Handelt es sich bei den vertriebenen Produkten zudem um unverarbeitete Produkte mit Cannabidiol, muss der Missbrauch zu Rauschzwecken ausgeschlossen werden. Das Produkt darf ausschließlich zu gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken gehandhabt werden. Von den Behörden kann erst nach Laboranalysen sicher festgestellt werden, ob die Produkte zu Rauschzwecken missbraucht werden könnten.

 

Einige Opfer verschiedener CBD-Razzien berichten, dass die Beschlagnahme der Produkte oftmals willkürlichen Mustern folgt. Der Grund für Razzien ist die Vermutung der Staatsanwaltschaft, dass gegen die Bedingungen für legale CBD-Produkte regelmäßig verstoßen wird. Dass man sich also an verschiedenen CBD-Produkten eben doch berauschen könnte. Razzien auf Basis dieser vagen Vermutung können vor allem kleinen Hanf- und CBD-Läden Probleme bereiten: Die beschlagnahmten Produkte liegen oftmals mehrere Monate bei den Behörden und sind nach der Prüfung nicht mehr verkaufsfähig. Das ist ein hoher Verlust für Betreiber von Hanfshops.

 

Betreibende von Hanf- und CBD-Shops müssen unabhängig von Razzien strenge Richtlinien beachten. Ein seriöser Anbieter aus Deutschland würde niemals auf die Idee kommen, cannabidiolhaltige Produkte mit einem THC-Gehalt von über 0,2 % zu vertreiben. Allein der geringe Tetrahydrocannabinol-Anteil schließt das Missbrauchspotenzial der CBD-Produkte bereits aus, was eine Razzia hinfällig macht. Wir arbeiten täglich hart an mehr Aufklärung im Bezug auf Hanf und CBD Produkte und hoffen, dass das negative „Kiffer-Image“ der Hanfpflanze schon bald passé ist.


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