Die große CBD-Studien-Übersicht (Teil I)

Februar 11, 2022 7 min Lesezeit

Die große CBD-Studien-Übersicht (Teil I)

Alles Wichtige aus der Wissenschaft zu Schmerzen, Psyche und Schlaf

Produkte mit CBD sind im Alltag vieler Menschen ein fester Bestandteil. Gleichwohl ist das Forschungsfeld in diesem Bereich noch jung. Weitaus verbreiteter sind Studien darüber wie Cannabis wirkt. Doch Cannabis weist aufgrund von THC (Tetrahydrocannabinol) eine berauschende Wirkung auf und ist ohne Rezept nur illegal erwerblich. Das können und wollen die meisten aus vielfältigen Gründen nicht.

Gut, dass es das nicht-psychoaktiv wirkende „Geschwisterlein“ CBD gibt. Um Cannabidiol ranken sich viele Halbwahrheiten und Heilversprechen, die sich zwar gut anhören, aber oftmals keine wissenschaftliche Grundlage besitzen. Wir haben für Sie recherchiert und stellen Ihnen mit diesem Blogartikel einige Erkenntnisse gängiger Studien über CBD zusammen. Vielleicht klärt sich so für den einen oder anderen, was CBD alles kann – aber eben auch kein Wundermittel ist. 

Um zu verstehen, wie CBD im Körper wirkt, müssen wir vorab einen Begriff klären:

 

Das Endocannabinoid System

Das Endocannabinoid System spielt in so gut wie allen Studien eine zentrale Rolle. Es ist maßgeblich an der Wirkung von Cannabidiol im Körper beteiligt. Das Endocannabinoid System (kurz: ECS) ist ein Teil des zentralen Nervensystems und reguliert mit hilfe zweier Rezeptortypen (CB1 und CB2) verschiedene körperliche Prozesse. Das können sein:

  • Die Körpertemperatur
  • Den Appetit
  • Das Gedächtnis
  • Das Immunsystem
  • Die Emotionen (z.B. die Stimmungslage)
  • Den Schlaf-/Wachrhythmus
  • Den Hormonhaushalt
  • …und noch viele mehr

Die CB1- und CB2-Rezeptoren verteilen sich im gesamten Körper. Genauer gesagt in den Zellen des Körpers. Sie werden von körpereigenen Cannabinoiden stimuliert. Diese eigens vom menschlichen Körper gebildeten Cannabinoide werden auch „Endocannabinoide“ genannt. CBD (Cannabidiol) hingegen ist ein sogenanntes „Phytocannabinoid“, da es aus einer Pflanze stammt und nicht vom Menschen gebildet wird. Es ist genauso in der Lage, sich an die Cannabinoid-Rezeptoren zu binden.

 

Schmerzen

Schmerzen sind für Mensch und Tier überlebenswichtig. Sie sorgen dafür, dass wir die Finger von heißen Herdplatten lassen oder wir unserem Körper bei bereits bestehenden Verletzungen nicht noch mehr schaden. Problematisch ist aber, wenn es chronisch wird: Chronische Schmerzen sind eine unvorstellbare Belastung für den Betroffenen und äußern sich durch ständige Schmerzen ohne organische Ursache. Etwa 7 bis 10 % der Erwachsenen weltweit sind betroffen. Der Gang zum Arzt steht an oberster Stelle: Hier wird eine Anamnese erhoben und der Körper gründlich untersucht.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten (chronische) Schmerzen zu therapieren und wir sind sicherlich keine Fachleute: Dennoch wissen wir, dass eine Therapie mit herkömmlichen Schmerzmitteln auf lange Sicht schädigt. Daher lohnt sich ein Blick auf die Wirkung von Cannabidiol in Bezug auf (chronische) Schmerzen.

 

The Role of CBD in Chronic Pain Management: An Assessment of Current Evidence

Erschienen in: Current Pain and Headache Report (2020)
Autoren: Boyaji, S., Merkow, J., Elman, R., Kaye, A., Yong, R., Urman, R.
URL zur Studie: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31980957/

Den Forschenden Boyaji et al. fiel auf, dass die Herausforderungen im chronischen Schmerzmanagement durch die „Opiat-Krise“ immer weiter wuchsen. Opiate fanden bisher vor allem bei Patienten mit chronischen Schmerzen Anwendung. Das Problem: Sowohl das Risiko einer Abhängigkeit als auch das Risiko einer Opioid-Resistenz sind immens. Darüber hinaus kann die Einnahme von Opiaten auf Dauer Atemwegsbeschwerden auslösen oder sogar lebensgefährlich sein. Eine effektivere, innovative und vor allem sicherere Alternative musste her. THC war bis dato sehr im Fokus. Zur medizinischen Nutzung von CBD gab es hingegen nur wenig Studien. Das war Anlass, die Nutzung von Cannabidiol und seine mögliche Rolle im Schmerzmanagement zu untersuchen. Die Studie basierte jedoch nicht auf der Nutzung reiner CBD-Produkte, sondern auf Produkten, die ein 1:1 Verhältnis von THC und CBD aufwiesen (wie z.B. Nabiximol). Zwar war eine Schmerztherapie mit dieser Kombination erfolgreich, jedoch konnten daraus kaum neue Erkenntnis gewonnen werden. Lag der positive Effekt am CBD oder doch am berauschend wirkenden THC? Oder vielleicht sogar an der Fusion beider Cannabinoide? Ein Experiment mit reinem Voll- oder Breitspektrum CBD-Extrakt wäre in diesem Fall spannend gewesen. Interessant ist, dass viele englischsprachige Studien sich in ihrer Forschung auf genau diese Kombination von CBD und THC beziehen.

 

Evaluation of the effects of CBD hemp extract on opioid use and quality of life indicators in chronic pain patients: a prospective cohort study
 

Erschienen in: Postgraduate Medicine, Vol. 132 (2020)
Autoren: Capano, A., Weaver, R., Burkman, E.
URL zur Studie: https://doi.org/10.1080/00325481.2019.1685298

Wir berichteten in der vorherigen Studie, dass die sogenannte „Opiat-Krise“ ein immer größeres Problem wird. Das hat auch Capano et al. motiviert, nach einer Alternative zu forschen. CBD kam in die engere Auswahl aufgrund seiner vergleichbaren Wirksamkeit, jedoch besserem Sicherheitsprofils. Anders als in der ersten Studie wurde hier ein reines CBD-Extrakt verwendet. Für die Studie wurden 131 Patienten aus einem privaten Schmerzzentrum rekrutiert. Insgesamt 97 Versuchspersonen zwischen 30 und 65 Jahren beendeten das 8-wöchige Experiment. Alle von ihnen kämpften mit chronischen Schmerzen und wurden seit mindestens einem Jahr mit Opioiden therapiert. Das Ergebnis war erfreulich: Nachdem CBD-Extrakte in die Therapie eingebaut wurden, konnten mehr als die Hälfte der chronischen Schmerzpatienten ihre Opioid-Einnahme innerhalb von acht Wochen beachtlich reduzieren oder ganz weglassen. 94 % der CBD-Anwender berichteten, dass sich ihre Lebensqualität verbessert habe.

 

Psychische Gesundheit

Auch wenn man es als außenstehende Person oftmals nicht sieht, sind psychische Erkrankungen keinesfalls zu unterschätzen. Glücklicherweise hat unsere Gesellschaft inzwischen wesentlich mehr Akzeptanz für solche „unsichtbaren“ Erkrankungen übrig. Auch in der Wissenschaft wird das Thema seit einiger Zeit intensiv erforscht. Könnte CBD bald Antidepressiva und andere psychotische Medikamente ersetzen? Falls Sie sich für das Thema interessieren, schauen Sie gerne bei diesem Blogartikel vorbei.

 

Cannabidiol (CBD) as an Adjunctive Therapy in Schizophrenia: A Multicenter Randomized Controlled Trial


Erschienen in
: The American Journal of Psychiatry (2017)
Autoren: McGuire, P., Robson, P., Cubala, W., Vasile, D., Morrison, P., Barron, R., Taylor, A., Wright, S.
URL zur Studie: https://doi.org/10.1176/appi.ajp.2017.17030325

In dieser randomisierten Studie von McGuire et al. wurde die Sicherheit und Effektivität von CBD bei Schizophrenie-Patienten geprüft. Der Grund für diese Forschungsarbeit sind frühere Studien, die herausfanden, dass Cannabidiol antipsychotische Eigenschaften bei Menschen und Tieren aufweist. In einer explorativen, doppelblinden Parallelgruppenstudie wurden 88 Probanden mit Schizophrenie in einem 1:1-Verhältnis randomisiert. Zusätzlich zur antipsychotischen Medikation erhielten 43 Patienten pro Tag 1000 mg CBD, während die restlichen 45 Patienten ein Placebo bekamen. Vor und nach der Behandlung wurden alle Probanden mit der PANSS-Scale, der BACS-Scale und der GAF-Scale bewertet. Alle drei Skalen sind etablierte, medizinische Skalen zur Erfassung der Schwere der Symptome bei Schizophrenie-Patienten. Nach einer sechswöchigen Behandlung wies die „CBD-Gruppe“ geringere psychotische Symptome auf und wurde in den medizinischen Skalen generell besser bewertet als noch vor Beginn des Experiments.

Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series

Erschienen in
: The Permanente Journal (2019)
Autoren: Shannon, S., Lewis, N., Lee, H., Hughes, S.
URL zur Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6326553/

Einige wissenschaftliche Publikationen fanden sowohl in präklinischen als auch klinischen Studien heraus, dass CBD bei neuropsychiatrischen Erkrankungen wie Epilepsie, Angst oder Schizophrenie helfen könnte. Es gibt Hinweise auf eine beruhigende Wirkung von CBD im zentralen Nervensystem. Shannon et al. wollten in dieser groß angelegten Fallstudie herausfinden, ob CBD Angst vermindern kann. Hierfür wurden von 72 Erwachsenen mit Angststörungen die sogenannten „Anxiety scores“ (Angst-Score) nach validierten Instrumenten, sowohl vor als auch nach der CBD-Anwendung, gemessen. Diese „Anxiety scores“ sanken im ersten Monat bei 79,2 % der Patienten und blieben auch während der gesamten Studie in einem niedrigen Bereich. Der Schlaf der Probanden wurde ebenfalls mithilfe eines Scores gemessen. Auch dieser verbesserte sich innerhalb eines Monats bei 66,7 % der Teilnehmenden. Dennoch verdeutlichen die Forschenden, dass es mehr kontrollierte klinische Studien benötige, um repräsentative Aussagen tätigen zu können.

Schlaf

In der vorherigen Studie thematisierten Shannon et al. bereits die Wirkung von CBD auf unseren Schlaf. Laut ihnen verbessere sich dieser, wenn CBD kontinuierlich angewendet werde. Eine erholsame Nachtruhe ist essentiell für unsere physische und psychische Gesundheit. Doch was sagen andere Studien? Wird die These von Shannon et al. bestätigt? Auch wir haben uns vor einiger Zeit mit CBD und Schlaf beschäftigt. Hier gelangen Sie zum passenden Blogartikel.


Cannabis, Cannabinoids, and Sleep: a Review of the Literature

Erschienen in:Current Psychiatry Reports (2017)
Autoren:
Babson, K., Sottile, J., Morabito, D. 
URL zur Studie:
https://link.springer.com/article/10.1007/s11920-017-0775-9

In dieser Literaturrecherche von Babson et al. deuten vorläufige Forschungen daraufhin, dass CBD bei der Behandlung von Schlaflosigkeit wirken könnte. Besonders bei REM-Schlaf-Verhaltensstörungen und extremer Tagesmüdigkeit könnte Cannabidiol das Licht am Ende des Tunnels sein. Nabilon - eine Kombination aus CBD und THC - könnte hingegen Alpträume durch ein PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) lindern und den Schlaf bei Patienten mit chronischen Schmerzen verbessern. Niedrig dosiertes Cannabidiol wirkt auf den Anwender eher stimulierend, während hoch dosiertes CBD eher eine sedierende, beruhigende Wirkung aufweist. Insgesamt steigern etwa 160 mg Cannabidiol am Tag die allgemeine Schlafdauer und senken die Häufigkeit des Erwachens mitten in der Nacht.


Effects of Cannabinoids on Sleep and their Therapeutic Potential for Sleep Disorders

Erschienen in: Neurotherapeutics (2021)
Autoren: Kaul, M., Zee, P., Sahni, A.
URL zur Studie: https://link.springer.com/article/10.1007/s13311-021-01013-w

In einer weiteren Literaturrecherche gaben Kaul et al. an, dass Produkte mit Cannabinoiden immer interessanter für die Forschung werden. Vor allem bei Schlafproblemen, dem Restless-Legs-Syndrom oder Parasomnie könnten Cannabinoide wie CBD dem Betroffenen helfen. Bisherige Forschungen sind jedoch durch kleine Stichprobengrößen oder ihren präklinischen Charakter gekennzeichnet, weshalb man momentan noch nicht mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass CBD hilft. Tiere zeigten vor allem bei höheren CBD Dosen eine längere REM-Schlaflatenz, als bei geringeren Dosen. Dennoch gibt es wenig wissenschaftliche Grundlage bezüglich der Wirkung von Cannabidiol auf den menschlichen Körper. In einem Experiment zeigten Probanden, die CBD-dominantes Gras rauchten, eine erhöhte Schläfrigkeit. Dennoch waren sich die Forschenden nicht sicher, ob diese Schläfrigkeit auf das CBD oder das minimal enthaltene THC zurückzuführen war. Die Forschung steckt hier noch in den Kinderschuhen und es bedarf weitere Studien, um herauszufinden, ob sich unser Schlaf durch CBD tatsächlich verbessern kann.

 

 

Fazit

Auch wenn sich die Ergebnisse der verschiedenen Studien oftmals unterscheiden, ist eine Sache glasklar: Es braucht mehr Forschung im Bereich CBD! Inzwischen finden sich extrem viele wissenschaftliche Paper zur Behandlung von Krankheiten mit (medizinischem) Cannabis. Cannabidiol wird jedoch oft vernachlässigt. Wir haben zahlreiche zufriedene Kunden, die CBD inzwischen fest in ihren Alltag eingebaut haben und bereits Verbesserungen spüren. Einige können endlich die Nacht durchschlafen, andere sind vor wichtigen Präsentationen oder Prüfungen gelassener oder haben ihre Schmerzen in den Griff bekommen. Und das bei Erkrankungen, bei denen herkömmliche Medikamente oder Schmerzmittel oftmals versagen. Unsere Devise lautet: Einfach ausprobieren und sich selbst ein Bild machen. Cannabidiol wirkt von Mensch zu Mensch verschieden. Verlieren können Sie dabei nichts, denn wir versprechen Ihnen, dass CBD zu 100 % sicher ist.


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