Diagnose Depression: Psychische Gesundheit in Zeiten von Corona

November 27, 2021 5 min Lesezeit

Diagnose Depression: Psychische Gesundheit in Zeiten von Corona

Unsere Gesundheit ist unser höchstes Gut und oftmals bemerken wir ihren Wert erst, wenn sie plötzlich nicht mehr so selbstverständlich ist. Das gilt nicht nur für unsere körperliche, sondern auch für unsere psychische Gesundheit. Besonders in außergewöhnlichen Zeiten wie diesen leidet unser mentaler Zustand: Das Leben ist eingeschränkt und oftmals beeinträchtigt das die Lebensqualität immens. Laut der Deutschen Depressionshilfe berichten 44% der Deutschen mit diagnostizierter Depression von einer Verschlechterung ihres Krankheitsverlaufs in den letzten sechs Monaten bis hin zu Suizidversuchen. Auch für die Allgemeinbevölkerung ohne psychische Erkrankung wird die aktuelle Situation als deutlich belastender wahrgenommen als noch im ersten Lockdown.

 

Depressionen: Ein wichtiges Thema, das mehr Aufmerksamkeit verdient

Depressionen sind im ICD-10 als offizielle Krankheit gelistet und beschreiben eine schwere seelische Erkrankung, die in jedem Alter auftreten kann. Betroffene können sich sehr niedergeschlagen fühlen, verlieren das Interesse an Dingen, die ihnen eigentlich Spaß machen und fühlen sich antriebslos. Die Krankheit kann in vielen Fällen nur mit professioneller Hilfe in den Griff bekommen werden.

 

Wie äußern sich Depressionen?

Depressionen können sich von Mensch zu Mensch anders äußern. Dennoch gibt es offizielle und festgelegte Symptome, die eine Depression definieren. Diese sind: 

  • Merkbar weniger körperliche Aktivität bzw. Lethargie
  • Gedrückte Stimmung
  • Anhaltende Schläfrigkeit und Tagesmüdigkeit
  • Ein- und Durchschlafprobleme
  • Appetitlosigkeit
  • Gefühl von innerer Leere
  • Interessensverlust
  • Deutlich verschlechterte Konzentrationsfähigkeit
  • Mangelndes Selbstvertrauen
  • Unbegründete Schuldgefühle
  • Gewichts- und Libidoverlust
  • Möglicherweise Gedanken daran, das eigene Leben zu beenden

 

Risikofaktoren an einer Depression zu erkranken

Eine Depression entsteht – ausgenommen einiger Ausnahmefälle – nicht einfach von heute auf morgen. Grund sind meist traumatische Ereignisse negativer Natur, Überbelastung im Alltag durch langanhaltenden Stress, hormonelle Veränderungen oder eine Suchtkrankheit. Auch eine Dysbalance der Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn können der Auslöser einer Depression sein. Liegen in der Familie bereits Depressions-Fälle vor, steigt die Wahrscheinlichkeit auch an einer Depression zu erkranken, ebenfalls.

 

Wie diagnostiziert der Experte Depressionen?

Es gibt viele Möglichkeiten eine Depression zu diagnostizieren, in der einschlägigen Literatur wird jedoch eine ganzheitliche Diagnose empfohlen. Hierbei wird die gesamte Lebenssituation der betroffenen Person berücksichtigt. Darüber hinaus führt der Arzt neurologische Tests und ein ausführliches Anamnesegespräch durch. Damit am Ende die Diagnose Depression gestellt werden kann, müssen die Hauptsymptome nach ICD-10 für mindestens zwei Wochen hintereinander auftreten. Diese sind:

  • Gedrückte, depressive Stimmung
  • Interessensverlust und Freudlosigkeit
  • Antriebsmangel und Ermüdbarkeit

 

Behandlungsmöglichkeiten

Wird rechtzeitig gehandelt, lassen sich Depressionen meist gut mit professioneller Hilfe in den Griff bekommen. Das Wichtigste ist hierbei laut vielen Personen, die die Depression überwunden haben, dass man offen dafür sein muss, zu heilen.

Viele Wege führen nach Rom, oder in diesem Fall: heraus aus der Depression: Die gängigsten Behandlungsformen sind Medikamente wie Antidepressive oder Psychotherapie. Oftmals wird auch eine Kombination aus beidem empfohlen. In 16 internationalen Studien wurden Patienten entweder eine 8-26-wöchige Verhaltenstherapie oder eine ebenso lange Behandlung mit Antidepressiva zugewiesen. Was hierbei herauskam wird in der Tabelle der Website „PsycheNet“, dem Netz für psychische Gesundheit zusammengefasst.

  

 

CBD gegen Depressionen als natürliche Alternative?

Es gibt jedoch auch noch andere Möglichkeiten sich bei der Heilung von einer Depression zu unterstützen. Hierbei kommt vor allem CBD (Cannabidiol) in Frage. Besonders bei Personen, die es pflanzlich mögen, kann CBD unterstützend bei der Behandlung eingesetzt werden. Dennoch sollte dies vorab stets mit dem behandelnden Arzt abgeklärt und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ausgeschlossen werden!

Bei einer Depression kann Serotonin eine entscheidende Rolle spielen. Ein alleiniger Serotoninmangel ist jedoch selten ursächlich für eine Depression. Wie vorhin bereits erwähnt, können auch genetische Veranlagungen die psychische Krankheit begünstigen. Neuere Forschungen fanden außerdem heraus, dass eine Verkleinerung des Hippocampus – ein Teil unseres Gehirns – die Entstehung von Depressionen begünstigen kann. CBD kann gegen diese Verkleinerung entgegenwirken und sorgt dafür, dass die Neuronen regeneriert werden. CBD wirkt also eher als unterstützende pflanzliche Alternative und sollte nicht ausschließlich zur Behandlung von Depressionen genutzt werden. Mithilfe von Vitaminen, Mineralien, Ballaststoffen, Proteinen, Terpenen und essenziellen Fettsäuren peppt man das Immunsystem des Körpers auf und findet so möglicherweise zu mehr Stabilität. Auch bei akuten Angstzuständen wirkt CBD krampf- und angstlösend und kann daher auch in brenzligen Situationen sanft entspannen. Doch wie geht das? Das Ganze hat mit unserem Endocannabinoid System innerhalb unseres Körpers zu tun. Dieses reguliert Serotonin mithilfe von CB1-Rezeptoren, die in unserem gesamten Körper zu finden sind. Wendet man CBD an, kann es auf genau diesen Rezeptor wirken und den 5-HT1A-Serotonin-Rezeptor stimulieren. Das führt dann theoretisch zu einer depressionshemmenden Wirkung. Um diese Wirkungsweise in der Praxis zu beweisen, fehlt es leider noch an klinischen Studien.

 

Wie mit Betroffenen umgehen?

Depressionen sind vor allem für den Betroffenen eine unvorstellbare Belastung. Aber auch Angehörige haben es manchmal schwer und wissen oftmals nicht, wie sie mit der erkrankten Person umgehen sollen. Experten raten vor allem, viel Verständnis und Akzeptanz der aktuellen Situation der betroffenen Person entgegenzubringen. Ein offenes Ohr und ehrliche, empathische Kommunikation können dem Betroffenen Mut machen und ihn möglicherweise spüren lassen, dass er nicht allein ist. Wichtig ist jedoch auch, die Bedürfnisse des anderen zu achten. Möchte der depressive Mensch gerade allein sein, sollte man dies akzeptieren und das auf keinen Fall persönlich nehmen. Ein absolutes No-Go im Umgang mit Betroffenen ist es, die Erkrankung herunterzuspielen. Das bitte tunlichst vermeiden!

 

Kann man Depressionen verhindern?

Da es vielfältige Ursachen zur Entstehung einer Depression gibt, ist es oftmals nicht leicht, einzuschätzen wie gut diese hätte verhindert werden können. Um jedoch das Risiko zu minimieren, selbst eines Tages an einer psychischen Krankheit zu erkranken kann man folgende präventive Dinge tun:

  • Aktive Pausen und Ruhe
  • Optimismus und Dankbarkeit im Alltag einbauen
  • Regelmäßig bewegen oder Sport treiben
  • Freunde und Familie sehen
  • Ausreichend Schlafen
  • Routinen im Alltag etablieren
  • Gesunde und ausgewogene Ernährung

 

Wo Hilfe suchen bei Verdacht auf Depressionen?

Hast du den Verdacht, dass du oder ein dir nahestehender Mensch vielleicht unter Depressionen leidet? Dann wird es jetzt Zeit zu handeln. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie man sich heutzutage Hilfe suchen kann und immer mehr Menschen verstehen, dass auch Depressionen eine ernst zu nehmende Krankheit ist.

Hier findest du Hilfe und Beratung: 

  • Telefonseelsorge: Anonym und kostenlos beraten werden und das 24/7 unter der (0800) 111 0 111 oder der (0800) 111 0 222. Eine Mail- und Chatberatung sind ebenfalls möglich (Link: https://www.telefonseelsorge.de/)
  • Deutsche Depressionshilfe: Montag bis Dienstag und Donnerstag von 13-17 Uhr, sowie Mittwoch und Freitag von 8:30 bis 12:30 Uhr erreichbar unter der (0800) 33 44 533. Darüber hinaus bietet die Website einen Selbsttest und wichtige, hilfreiche Informationen zum Thema Depressionen an (Link: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/start)
  • Diskussionsforum Depression: Hier können sich Betroffene und Angehörige über ihre Erfahrungen austauschen, sich gegenseitig Mut machen und Halt finden (Link: https://www.telefonseelsorge.de/

Und auch wenn du vielleicht nicht unter Depressionen leidest, lohnt es sich immer wieder bei seinen Freunden und seiner Familie etwas genauer nachzuhaken, ob sie sich gut fühlen. Viele Betroffene machen ihre dunklen Gedanken nicht für die Außenwelt zugänglich und es kann eine große Hilfe sein, wenn sich jemand für das Wohl des anderen interessiert.

Merke dir eins: Du bist nicht allein!


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