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ADHS und CBD

Von 8. September 2020Oktober 16th, 2020Keine Kommentare

Bei der Krankheit ADHS handelt es sich nicht um ein körperliches Gebrechen, wie z.B. einen Knochenbruch, sondern um eine neurobiologische Erkrankung. Sie liegt im Gehirnstoffwechsel begründet und äußert sich über Verhaltensauffälligkeiten. In der öffentlichen Wahrnehmung wird ADHS vor allem mit Kindern und Jugendlichen assoziiert. Es leiden aber auch Erwachsene unter der Störung. Das Krankheitsbild ist schwer abzugrenzen, da unsere Gesellschaft definiert, welches Verhalten “normal”, bzw. “gestört” ist. Dadurch, dass ADHS schon im Kindesalter auftritt, ist der Umgang mit diesem Thema besonders schwierig. Im Folgenden wollen wir euch ein allgemeines Verständnis über ADHS vermitteln. Dazu erläutern wir die Erkenntnisse der neuesten Studien über den Zusammenhang von ADHS und CBD. Diese deuten darauf hin, dass CBD bei ADHS helfen könnte.

Was ist ADHS?

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) beschreibt eine Verhaltensstörung, die während dem Kindes- bzw. Jugendalter auftritt. Sie stellt eine neurologische Dysfunktion dar, die durch eine Fehlfunktion der neuronalen Regelkreise des Gehirns verursacht wird. Das bedeutet, dass das Neurotransmittersystem nicht richtig funktioniert. Dadurch kommt es zu einer Beeinträchtigung der Freisetzung von wichtigen Neurotransmittern wie Dopamin, Serotonin und Noradrenalin. Diese Fehlfunktion liegt zum größten Teil in der Genetik begründet, ist also teilweise rein erblich bedingt. Es können aber auch unverantwortliche Verhaltensweisen während der Schwangerschaft, wie beispielsweise Tabakkonsum, eine Rolle spielen. Die Störung geht mit weitreichenden Verhaltensauffälligkeiten einher. ADHS tritt in der Kindheit bzw. Jugend auf und klingt oft mit voranschreitendem Alter ab. Findet keine erfolgreiche Behandlung statt, leiden einige Betroffene bis ins Erwachsenenalter hinein unter ihren Symptomen. Die Auffälligkeiten, die mit ADHS einhergehen können in drei Verhaltensbereiche aufgeteilt werden.

Unaufmerksamkeit:

  • Eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit
  • Erhöhte Ablenkbarkeit
  • Eingeschränkte Daueraufmerksamkeit

Hyperaktivität:

  • Allgemeine motorische Unruhe

Impulsivität:

  • Mangelnde kognitive/emotionale Impulskontrolle

Konsequenzen von ADHS bei Kindern und Jugendlichen

Leidtragende sind neben den Betroffenen Kindern und Jugendlichen ihre Eltern und Familienangehörigen, die mit den Verhaltensauffälligkeiten ihrer Kinder umgehen müssen. Meist kommt es zu Problemen in der Schule, da eine reguläre Teilnahme am Unterricht durch die Symptome oft unmöglich wird. Im Zusammenhang mit dem bestehenden Leistungsdruck entsteht aufseiten der Eltern unweigerlich die Angst, dass ihr Kind nicht dazu in der Lage ist die Schullaufbahn erfolgreich zu meistern. Eine vermeintliche „Lösung“ des Problems finden sie zumeist in der Gabe von Medikamenten. In der Praxis wird ihnen von behandelnden Ärzten die Einnahme von Methylphenidat empfohlen. Vor allem, wenn nicht-pharmakologische Behandlungsmöglichkeiten wie z.B. Verhaltenstherapien keinen Erfolg zeigen.

Konventionelle Behandlung

Eine geläufige pharmakologische Behandlungsmöglichkeit besteht in der Vergabe von Methylphenidat, das in Deutschland unter den Handelsnamen Ritalin, Medikinet und Concerta vermarktet wird. Durch die Freisetzung sowie Hemmung des Abbaus der Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin kommt es bei erfolgreicher Behandlung des Patienten vorerst zu einer Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit. Das Medikament muss von Ärzten verschrieben werden. Bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen ist höchste Vorsicht geboten, da die Einnahme von Methylphenidat mit schwerwiegenden Nebenwirkungen einhergehen kann.

Dazu gehören:

  • Appetitverlust
  • Schlaflosigkeit/Nervosität
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit/Mundtrockenheit
  • Schwitzen

In der Vergangenheit wurde Methylphenidat weitgehend bedenkenlos verschrieben. Dadurch nahmen auch viele Kinder jüngeren Alters Methylphenidat ein, denn es ermöglicht eine „Verbesserung“ des Zustands in kurzer Zeit. Auch die Hyperaktivität und Impulsivität der Betroffenen Kinder und Jugendlichen wird durch die Einnahme stark gehemmt. In der Realität bedeutet dies aber meist auch einen erheblichen Verlust an Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen. Außerdem führen die vielen Nebenwirkungen oft zu psychischem und physischem Leid aufseiten der Betroffenen. In den letzten Jahren wurde diese unkritische Verschreibungspraxis und ihre negativen Begleiterscheinungen immer stärker hinterfragt. In der Folge wurden Rufe nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten lauter. An dieser Stelle könnte CBD Abhilfe schaffen.

CBD als alternatives Therapeutikum

CBD stellt ein nicht-psychoaktives Cannabinoid dar und eignet sich somit auch zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Es sollte mit einer geringen Dosierung begonnen werden, da der kindliche Körper empfindlicher auf jegliche pharmakologisch wirksame Substanz reagiert. Dadurch können die Nebenwirkungen von CBD wie Müdigkeit, Übelkeit oder Appetitlosigkeit in stärkerer Form auftreten.

Wie wirkt CBD bei ADHS?

Studien weisen darauf hin, dass es durch die Vergabe von CBD zu einer verbesserten Übertragung von Dopamin und Serotonin im Gehirn kommt. Dies könnte in der Konsequenz zu einer merklichen Reduzierung von hyperaktiven Verhaltensweisen der Betroffenen führen. Außerdem aktiviert CBD die Adenosin-Rezeptoren des Gehirns. Adenosin blockiert die Ausschüttung von aktivierenden Neurotransmittern, zu denen auch Dopamin und Noradrenalin gezählt wird. Durch die Aktivierung der Adenosin-Rezeptoren kommt es zu einer erhöhten Verstoffwechselung des Biomoleküls und in der Folge zu einer erhöhten Freisetzung von Dopamin und Noradrenalin. In der Folge könnte es zu einer Normalisierung des Zustandes der Betroffen kommen. Das bedeutet, dass gegebenenfalls die Konzentrationsfähigkeit verbessert wird. Zusätzlich könnten die Konsequenzen eines zu geringen Levels der „Glückshormone“ Dopamin und Serotonin, wie etwa depressive Verstimmungen und Ängste, abgemildert werden.

CBD als ergänzende Therapie bei ADHS

Abschließend lässt sich sagen, dass sich CBD-Produkte wie CBD-Öle gut eignen, um die Symptomatik von ADHS einzudämmen. Zwar besteht weiterer Forschungsbedarf, die bisherigen Erkenntnisse deuten aber auf eine hohe Wirksamkeit hin. Im Gegensatz zu Methylphenidat treten keine Nebenwirkungen auf, die sich schwerwiegend auf die Lebensqualität der Patienten auswirken könnten. Somit stellt CBD eine gute pflanzliche Alternative bzw. Ergänzung zu der konventionellen Behandlung mit Methylphenidat dar.

 

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